Das Testament

Fast jeder Mensch strebt im Leben unter anderem danach, Vermögenswerte anzuhäufen. Sind Kinder vorhanden, ist man zusätzlich motiviert, diese gut zu versorgen. War man in seinem Streben erfolgreich, möchte man natürlich auch darüber verfügen, wie diese Vermögenswerte nach dem eigenen Tod verteilt werden. Dieses Recht steht jedem Menschen zu. Es gibt jedoch einige Einschränkungen durch den Gesetzgeber, der damit die Familie schützen möchte.

Im Einzelnen heisst dies, dass nur über jene Vermögenswerte völlig frei verfügt werden kann, die nach Abzug der sogenannten Pflichtteile zur Verfügung stehen; die Pflichtteile sollen garantieren, dass Ehe- oder Lebenspartner und Nachkommen auf keinen Fall leer ausgehen können.

Testamentsarten

Der Bürger hat die Wahl zwischen zwei Arten von Testament; für Notfälle steht zusätzlich eine dritte Art zur Verfügung. Die Richtlinien dafür finden sich im Schweizer Zivilgesetzbuch..

Das öffentliche Testament:

Ein öffentliches Testament wird mit der Unterstützung eines Urkundsbeamten oder Notars erstellt. Sie achten darauf, dass das Testament juristisch einwandfrei ist und es zu keinen Komplikationen kommen kann. Das Testament wird dann vom Beamten oder Notar als Dokument erstellt und vom Erblasser gelesen und unterschrieben. Dieser Vorgang wird von zwei Zeugen durch ihre Unterschrift beglaubigt. Das fertige Testament wird im Original oder in einer Abschrift beim Notar oder der Behörde aufbewahrt. Lässt man sich bei der Erstellung des öffentlichen Testaments von einem Notar beraten, fallen zwar Gebühren an, aber der Notar kann mit seiner Sachkenntnis dafür sorgen, dass das Testament optimal an die individuelle Situation angepasst ist. Zudem garantiert die Aufbewahrung, dass das Testament aufgefunden wird und zudem vor Fälschungen geschützt ist.

Das eigenhändige Testament:

Man kann sein Testament natürlich auch selbst erstellen. Hierfür schreibt der Gesetzgeber vor, dass das Dokument komplett handschriftlich erstellt wird, um seine Glaubwürdigkeit zu dokumentieren. Das Dokument muss das Datum und die Unterschrift des Erblassers tragen und sollte seinen letzten Willen eindeutig erkennen lassen. Private Testamente werden oft zu Hause aufbewahrt, obwohl man auch diese bei einer Behörde deponieren kann. Bei der Aufbewahrung zu Hause ist es wichtig, dass die Erben den Aufbewahrungsort kennen. Wird es nicht aufgefunden, tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Die Aufbewahrung zu Hause birgt natürlich das Risiko der Einsichtnahme, der Unterschlagung und der Fälschung – leider alles Fälle, die immer wieder vorkommen.

Das Nottestament:

In aussergewöhnlichen Fällen, zum Beispiel bei Kriegsgeschehen oder bei Lebensgefahr, wenn die Errichtung eines schriftlichen Testaments nicht mehr möglich ist, kann der Erblasser ein sogenanntes Nottestament erstellen. Dabei wird wie folgt vorgegangen: Der Erblasser äussert seine Wünsche mündlich vor zwei Zeugen, die dann die Pflicht haben, diesen gehörten letzten Willen sobald als möglich in einer Urkunde zu bezeugen.

Es empfiehlt sich auf jeden Fall, ein Testament zu erstellen, denn dadurch können eventuelle Streitigkeiten im Vorfeld vermieden werden. Ausserdem ist ein Testament zwingend notwendig, wenn man nicht erbberechtigten Personen oder Institutionen etwas vermachen möchte. Und nicht zuletzt ist ein Testament dann besonders anzuraten, wenn keine gesetzlichen Erben mehr vorhanden sind – in diesem Fall erbt sonst automatisch der Kanton.